Die Auswärtsfahrer

Stets die Heimspiele zu besuchen ist bereits für die meisten Fans ein schwer umzusetzender Akt, da die Europa-League ihre Spiele unter der Woche austrägt und oftmals die Anstoßzeiten am späten Nachmittag liegen. Viele Partien beginnen bereits um 18 Uhr und dies verlangt von vielen Fans, von der Arbeit, ohne Umweg, direkt zum Stadion zu fahren. Dies gelingt meist nur, wenn der Partner ebenfalls Fan ist oder besonders tolerant, sonst droht Ungemach.

Wer sich jedoch die Spiele im TV anschaut, dem wird auffallen, wie viele Fans vor Ort in den entferntesten Stadien die Mannschaft anfeuern. Es sind die Auswärtsfahrer, denen kein Weg zu weit und keine Entbehrung zu groß ist.

Mehr als nur Fan

Wer sich einmal in diese Fanszene begibt, der wird schnell feststellen, dass dies weit mehr ist als nur reines Fan-sein. Auswärtsfahrer sind eine eingeschworene Gemeinschaft und jeder kennt jeden. Die Mannschaft, der Verein, der Fußball ist zu einem Lebensstil geworden. Das ganze Leben richtet sich an der Mannschaft aus.

Es werden nicht nur die Europa-League Spiele besucht, dies gilt auch für die Auswärtsspiele in der Bundesliga sowie im DFB-Pokal und damit ist noch lange nicht Schluss. Der Jahresurlaub wird dort verbracht, wo die Mannschaft ihr Trainingslager aufgeschlagen hat, um dort so nah wie nur irgendwie möglich am Team zu sein. Im Trainingslager gelingt dies am besten, dort kann echte Nähe zwischen Spielern und Fans entstehen.

Auswärtsfahrer investieren oft ihr ganzes Geld in ihre Leidenschaft, denn billig ist dieses Vergnügen mitnichten. Doch gibt es ihnen auch eine Menge zurück. Das ungeheure Gemeinschaftsgefühl unter den Auswärtsfahrern ist für viele der Antrieb und für manch einen gar der Familienersatz. Wie die Mannschaft spielt, ob sie gewinnt oder verliert, verliert an Bedeutung. Was trägt, ist die Gemeinschaft und der Fan vor dem TV kann dankbar sein. Er bekommt bei jedem Europa-League-Spiel eine eindrucksvolle und fantastische Kulisse geboten.